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Aufklärungsprojekt 2026

#Free The Internet

Eine Seite für Eltern. Damit ihr erkennt, wie Betrug, Manipulation und Grooming online wirklich aussehen, bevor eure Kinder es alleine müssen.

Interaktive Mindmap

Das ganze Bild auf einen Blick.

Vier Perspektiven, die jedes Elternteil kennen sollte. Klick auf jeden Knoten und du bekommst Erklärung und ein konkretes Beispiel aus dem Alltag.

Gefahren
9 Themen
Mythen
6 Themen
Bedürfnisse
9 Themen
Chancen
10 Themen
Über das Projekt

Was ist diese Seite?

#Free The Internet ist ein Aufklärungsprojekt für Eltern. Keine Software, kein Filter, keine App. Eine Seite, die zeigt, wie das Internet aus Sicht eures Kindes wirklich aussieht.

Wir sammeln und erklären die Maschen, mit denen Kinder online angesprochen, manipuliert und betrogen werden. Anhand echter Beispiele. In der Sprache, in der sie passieren.

Ihr lest hier keine Statistiken aus zweiter Hand. Ihr seht, was eure Kinder sehen.

Beispiel 01 · Grooming

So sieht es im echten Chat aus.

Ein realistisches Beispiel, wie ein Grooming-Versuch online beginnt. Die Red Flags sind direkt im Chat markiert. Klick auf das Bild zum Vergrößern.

Discord-Chat: Beispielhafter Grooming-Versuch mit markierten Red Flags
Echte Sprache · echte Muster · zum Vergrößern klicken
Beispiel 02 · Cybermobbing

Wenn die Klassen-Gruppe zur Waffe wird.

Cybermobbing passiert selten in einer einzelnen Nachricht. Es ist die Summe vieler kleiner Spitzen, oft in vermeintlich harmlosen Gruppen-Chats. Wer es einmal erkannt hat, sieht es überall.

Discord-Chat: Beispielhafter Cybermobbing-Verlauf mit markierten Red Flags
Gruppen-Dynamik · Bloßstellung · Ausschluss
Alle 9 Beispiele ansehen

Verbote schützen niemanden.

Das Internet hat echte Gefahren. Die Antwort darauf sind nicht Mauern, Sperren oder Misstrauen. Wer das Smartphone wegsperrt, sperrt nur das Gespräch weg.

Kinder gehen trotzdem online. Auf den Geräten von Freunden, im Schul-WLAN, später dann heimlich. Was sie dann fehlt, ist nicht der Zugang, sondern die Werkzeuge: einen Betrug erkennen, eine Manipulation benennen, eine Grenze setzen, Hilfe holen können.

Genau dafür gibt es diese Seite.

Red Flags

Sechs Muster, die Eltern kennen müssen.

01

Schnelle Vertrautheit

Fremde, die sich nach Minuten anfühlen wie beste Freunde. Komplimente, „du bist anders als die anderen", übertriebene Nähe.

02

Geheimnisse

„Erzähl es niemandem." Wer Kinder auffordert, Gespräche zu verstecken, will keine Freundschaft, sondern Kontrolle.

03

Isolation

Eltern, Freunde, Lehrer werden schlechtgeredet. Das Kind soll sich emotional und im Alltag wegbewegen.

04

Emotionaler Druck

„Wenn du mich liebst, machst du das." Schuld, Drohungen, plötzliche Stimmungswechsel sind Werkzeuge.

05

Eskalierende Fragen

Erst Hobbys, dann Fotos, dann mehr. Jede Antwort wird zum Hebel für die nächste, intimere Anfrage.

06

Plattform-Wechsel

„Lass uns auf einer anderen App reden." Weg aus moderierten Räumen, rein in unkontrollierte. Immer ein Warnsignal.

Selbsttest

Erkennst du Red Flags im echten Chat?

Sechs realistische Snippets. Ein Klick. Sehen, ob du erkannt hast, was wirklich vor sich geht.

Eltern haben den Test schon gemacht
Was Eltern jetzt tun können

Fünf Schritte, die wirklich helfen.

01

Reden statt überwachen.

Wer Geräte kontrolliert, baut Misstrauen. Wer Gespräche führt, baut Schutz. Fragt euer Kind, was es online erlebt, ohne dass es eine Strafe befürchten muss.

02

Plattformen kennen.

TikTok, Snapchat, Discord, Roblox, Instagram. Ihr müsst die Apps nicht lieben. Ihr müsst aber wissen, wie sie funktionieren, wer dort schreibt und wo Privatsphäre-Einstellungen liegen.

03

Red Flags gemeinsam lernen.

Geht die Muster oben zusammen durch. Spielt Beispiele durch. Kinder, die Manipulation benennen können, fallen seltener darauf rein.

04

Klar machen: Hilfe ohne Strafe.

Der häufigste Grund, warum Kinder schweigen, ist Angst vor den Eltern. Sagt aktiv, dass sie immer kommen können, auch wenn sie selbst etwas verbockt haben. Das ist die wichtigste Versicherung, die ihr abschließen könnt.

05

Im Ernstfall Beweise sichern.

Screenshots machen, Profilnamen notieren, nichts löschen. Dann meldet die Plattform, geht zur Polizei, ruft eine Beratungsstelle an. Die Nummern stehen unten.

Plattformen

Wo eure Kinder sind, was dort passiert.

Ihr müsst die Apps nicht nutzen. Ihr müsst sie kennen. Hier die wichtigsten Plattformen mit echten Risiken und der einen Einstellung, die ihr sofort umlegen solltet.

TikTok

ab 13

Endlos-Feed mit aggressivem Algorithmus. Komplett Fremde können auf jedes Profil schreiben, wenn nicht aktiv geschützt.

Risiko
Grooming-DMs, Radikalisierung, extreme Inhalte zwischen harmlosen Clips.
Sofort
Konto auf privat. Direktnachrichten nur von Freunden. Familienverknüpfung aktivieren.

Snapchat

ab 13

Nachrichten verschwinden, Standort wird oft live geteilt. Genau das macht es für Täter attraktiv.

Risiko
Snap Map verrät Aufenthaltsort. Bilder lassen sich heimlich screenshotten.
Sofort
Snap Map auf „Geistmodus". Quick Add deaktivieren. Kontakte begrenzen.

Discord

ab 13

Server für jedes Hobby, viele unmoderiert. Direktnachrichten von Fremden gehen standardmäßig durch.

Risiko
Grooming in Game-Servern, NSFW-Inhalte in „18+"-Bereichen ohne echte Prüfung.
Sofort
Privatsphäre > Direktnachrichten von Server-Mitgliedern aus. Freundschaftsanfragen einschränken.

Instagram

ab 13

Stories, DMs, Reels — alles vermischt. Schönheits- und Vergleichsdruck inklusive.

Risiko
Bodyimage-Trigger, Sextortion über DM, Fake-Profile mit Geld-Maschen.
Sofort
Konto auf privat, sensible Inhalte begrenzen, Story-Antworten von Fremden aus.

Roblox

ab 0, faktisch ab 6

Sieht aus wie Spielzeug, ist aber eine Chat-Plattform mit Millionen Erwachsenen drin.

Risiko
Grooming durch erwachsene Spieler, In-Game-Käufe, sexualisierte „Condo"-Spielwelten.
Sofort
Account-Einschränkungen aktivieren, Chat begrenzen, Eltern-PIN setzen.

WhatsApp

ab 13

Klassengruppen, Familiengruppen, alles drin. Kettenbriefe und Falschinformationen verbreiten sich rasant.

Risiko
Cybermobbing in Gruppen, Phishing-Links, ungewollte Gewaltvideos in Chats.
Sofort
Profilbild und Status nur für Kontakte. Auto-Download für Medien aus.
Häufige Fragen

Was, wenn …

Mein Kind hat ein Nacktbild verschickt. Was jetzt?

+
Ruhig bleiben. Die Reaktion entscheidet, ob euer Kind das nächste Mal kommt oder schweigt. Sichert Beweise (Screenshots, Profilnamen), meldet das Profil bei der Plattform, lasst das Bild über StopNCII.org oder Take It Down (NCMEC) erkennen und sperren. Bei Erpressung: nicht zahlen, sofort zur Polizei.

Mein Kind redet nicht mit mir über Online-Probleme.

+
Meist liegt es an Angst vor der Reaktion. Sagt aktiv und mehrfach: „Ich werde nicht schimpfen, ich will dir helfen." Stellt offene Fragen statt Verhöre. Sucht ein neutrales Setting (Auto, Spaziergang). Wenn nichts hilft, ist eine externe Vertrauensperson Gold wert: Onkel, Tante, Schulsozialarbeit, Beratungsstelle.

Wie früh soll ich mit Aufklärung anfangen?

+
Sobald das erste eigene Gerät da ist. Realistisch ab 8 Jahren. Kindgerecht: was Fremde sind, dass keine echten Menschen Geheimnisse einfordern, dass Bilder nie verschwinden. Mit 11–12 Jahren konkret werden, in Beispielen reden, nicht in Warnungen.

Soll ich heimlich auf das Handy schauen?

+
Nein. Wenn es entdeckt wird, ist das Vertrauen beschädigt — meist dauerhaft. Besser: vorher klar absprechen, dass ihr im Akutfall mitlesen dürft. Bei jüngeren Kindern (unter 12) ist gemeinsames Drüberschauen Standard, nicht Spionage.

Reichen Kindersicherungs-Apps?

+
Nein, sie ersetzen kein Gespräch. Sie können Bildschirmzeit und harte Inhalte begrenzen — gut. Sie können kein Kind vor einem netten Fremden auf TikTok schützen, der heimlich Vertrauen aufbaut. Filter sind ein Werkzeug, kein Schutzwall.

Mein Kind wurde online beleidigt oder bedroht.

+
Nichts löschen. Beweise sichern (Screenshots inkl. Profilname und URL), Profil melden, Account des eigenen Kindes vorübergehend privat stellen. Bei klaren Drohungen oder strafbaren Inhalten: Anzeige bei der Polizei. Nummer gegen Kummer (116 111) hilft auch dem Kind selbst.

Mein Kind hat sich in eine Online-Bekanntschaft „verliebt".

+
Erst zuhören, nicht abwerten. Dann gemeinsam prüfen: Gab es ein Videocall? Ist die Person nur auf einer Plattform? Will sie auf andere App wechseln, um den Chat zu „verlegen"? Das sind klassische Catfishing- und Grooming-Muster. Kein Treffen ohne erwachsene Begleitung. Bei Verdacht auf Erwachsenen: Anzeige.
Glossar

Die Begriffe, die ihr kennen müsst.

Was Eltern nicht benennen können, können sie nicht melden.

Grooming

Gezielter Vertrauensaufbau durch Erwachsene, um Kinder sexuell zu missbrauchen oder zu erpressen.

Sextortion

Erpressung mit intimen Bildern. Drohung: zahlen oder die Bilder gehen an Familie und Freunde.

Cybermobbing

Systematische Beleidigungen, Ausgrenzung oder Bloßstellung über digitale Kanäle.

Catfishing

Jemand gibt sich online als andere Person aus, oft mit fremden Fotos und falschem Alter.

Phishing

Betrugsversuche über gefälschte Mails, Logins oder Pop-ups, um Passwörter und Daten zu stehlen.

Doxxing

Veröffentlichen privater Daten (Adresse, Schule, Klarname), um jemanden öffentlich verletzbar zu machen.

Deepfake

KI-generierte Bilder oder Videos, die echte Menschen in erfundenen Szenen zeigen, oft sexualisiert.

Romance Scam

Vorgetäuschte Liebesbeziehung mit dem Ziel, Geld, Bilder oder Daten zu erbeuten.

Algorithmus-Bubble

Empfehlungs-System, das immer extremere Inhalte zeigt, weil sie länger fesseln als gemäßigte.

Sharenting

Eltern teilen Fotos und Daten ihrer Kinder online, oft ohne deren Einverständnis. Auch ein Risiko.

Hilfe und Beratung

Wenn etwas passiert ist.

Diese Stellen sind kostenlos, anonym und für genau diese Fälle da. Zögert nicht.

für Kinder & Jugendliche

Nummer gegen Kummer

116 111

Mo bis Sa, kostenlos und anonym. Auch online und per Mail erreichbar.

für Eltern

Elterntelefon

0800 111 0 550

Kostenlose anonyme Beratung bei Fragen rund um Erziehung und digitale Gefahren.

bei sexueller Gewalt

Hilfetelefon Sexueller Missbrauch

0800 22 55 530

Anonym, vertraulich, kostenfrei. Für Betroffene und Angehörige.

Beschwerdestelle

jugendschutz.net

jugendschutz.net

Meldet illegale oder grenzüberschreitende Inhalte direkt online.

Wissensbasis

klicksafe.de

klicksafe.de

Materialien, Anleitungen und Erklärungen rund um sichere Mediennutzung.

im Notfall

Polizei

110

Bei akuter Gefahr oder direkten Drohungen. Beweise vorher sichern.

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Das Beste was du tun kannst: nicht alleine wissen. Wer das hier kennt, kann nicht nur das eigene Kind schützen, sondern auch die Klasse, die Nachbarschaft, die Familie.

Quellen & Mitstreiter

Auf wessen Arbeit wir aufbauen.

  • klicksafe.de EU-Initiative für Medienkompetenz. Materialien für Familien, Schulen, Pädagogen. klicksafe.de
  • jugendschutz.net Bund-Länder-Stelle für Kinder- und Jugendschutz im Netz. Beschwerdestelle für illegale Inhalte. jugendschutz.net
  • BKA / ZIT Bundeskriminalamt und Zentralstelle Internetkriminalität — Lagebild zu Cybergrooming, sexualisierter Gewalt und digitaler Erpressung.
  • EU Kids Online Europäische Forschungsstudie zur Online-Realität von Kindern und Jugendlichen.
  • JIM-Studie Jährlicher Report des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest zur Mediennutzung 12–19-Jähriger.
  • Nummer gegen Kummer Beratungsstellen-Verbund für Kinder, Jugendliche und Eltern. nummergegenkummer.de
Kinder
116 111
Eltern
0800 111 0 550
Notruf
110